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Ein ungewöhnlicher Lehrling

Abed, ein junger Mann aus dem Irak, fuhr vor gut zwei Jahren von Mosul in die nächste Universitätsstadt, um dort die letzten Prüfungen für den Diplomabschluss seines Fahrzeugtechnik Studiums abzulegen. Wegen des Krieges in seiner Heimat war das notwendig. Nach kurzer Zeit wollte er wieder zurück sein bei seinen Eltern und Geschwistern. Aber es kam ganz anders.

Dass er seine Eltern gar nicht mehr sehen und auch nicht das vorgeschriebene Praktikum machen konnte, ahnte da niemand. Aus politischen Gründen war es für ihn zwingend notwendig, sein Land zu verlassen.

So betrat er nach abenteuerlicher und gefährlicher Flucht eines Tages im Jänner 2015 den Kursraum in Rohrbach, wo ich abwechselnd mit anderen Lehrern Asylwerber unterrichtete.

Nach wenigen Monaten luden ihn mein Mann und ich ein, mit uns zu wohnen. Er lebte dann ein ca. Jahr lang mit uns. Das war eine gute Zeit! Intensives Deutsch Lernen, gemeinsames Kochen, Erledigen diverser anderer Tätigkeiten und viele Erzählungen und Diskussionen füllten unsere Tage. Mit gegenseitigem Respekt und Wertschätzung lebten wir sehr zufrieden miteinander.

Ein Erste Hilfe Kurs, die Sanitäter Ausbildung, regelmäßige ehrenamtliche Dienste beim Roten Kreuz in Rohrbach und in Linz, Mitwirkung im Chor Pax Nobis, und seit Juni 2017 die Lehre bei Pappas Mercedes in Linz folgten. Überall ist er gerne gesehen und geschätzt. Auffallend sind seine besonders guten Deutschkenntnisse, hohe praktische und soziale Intelligenz!

Abed wohnt nun schon mehr als ein halbes Jahr bei unserem Sohn und seiner Familie in Linz. Auch hier ist er sehr willkommen, gehört zur Familie. Gerne spielt er mit dem 3 jährigen Töchterchen und hält das 5 Wochen alte Baby liebevoll im Arm.

Wenn der Lehrlingsbeauftragte von Pappas Mercedes in diesen Wochen Schulen und Polytechnische Lehrgänge besucht, um diese Firma vorzustellen und um Lehrlinge zu werben, nimmt er Abed mit.

Durch Fleiß, Ehrgeiz, harte Arbeit und großes Interesse an allen technischen Problemen, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit hat er Anerkennung und Wertschätzung von seinen Vorgesetzten und einigen Mitarbeitern errungen. Es ist verdammt hart, in ein eingespieltes Arbeitsteam aufgenommen zu werden, vor allem wenn man ein Flüchtling ist. Dazu kommt noch die Ungewissheit wegen des Bleiberechts.

Irgendwann einmal wird er zum Interview eingeladen und hoffentlich wird ihm ein positiver Bescheid ausgestellt. Wenn Abed nicht bleiben dürfte, na wer denn dann?!

So wünschen wir ihm alles erdenklich Gute und dass er in unserer Familie und Gesellschaft, für die er sich so nützlich macht, bleiben wird. Ich vertraue darauf.

Abed ist Realist. Das Schicksal hat ihm arg mitgespielt, er sieht die Tatsachen, er lässt sich nicht unterkriegen. Schwierigkeiten meistert er mit reiflichen Überlegungen, immer wieder muss er auch schmerzliche Erfahrungen machen.

Aber Abed gibt nicht auf! Letztlich gelingt es ihm, daraus zu lernen und seine Hoffnung auf ein sicheres friedliches Leben zu stärken. Ein Akademiker mit Diplomabschluss in einem fremden Land arbeitet als Lehrling, und das macht er vorbildlich!

Ich freue mich, Abed, unseren besonderen jungen Mann, zu kennen und begleiten zu können.

 

Christine Oertl

Foto: Stiftung